Tiefgaragenreinigung

Reinigung von Parkdecks - Beschichtung und Rutschfestigkeit


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Parkdecks in Berlin sind täglich Wind und Wetter ausgesetzt. Regen, Schnee, Streusalz und tausende Reifen abnüben die Beschichtung und verringern die Rutschfestigkeit. Die Berufsgenossenschaftliche Regel BGR 181 schreibt klare Anforderungen vor. Wir erklären, welche Reinigungsverfahren die Beschichtung erhalten, wie die Rutschfestigkeit geprüft wird und welche Wartungsintervalle für Berliner Parkdecks gelten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die BGR 181 schreibt für begehbare Parkdecks eine Rutschfestigkeit von mindestens R11 (SRV-Wert über 36) vor - ein Wert, der durch regelmässige Reinigung erhalten werden muss
  • Falsche Reinigungsmittel können Parkdeckbeschichtungen auflösen und die Rutschfestigkeit zerstören - nur pH-neutrale Mittel mit zertifizierter Verträglichkeit dürfen verwendet werden
  • Eine Rutschfestigkeitsprüfung sollte jährlich durchgeführt und dokumentiert werden, die Ergebnisse bilden die Grundlage für Reinigungsplanung und Haftungsfragen
  • staedtische Parkdecks mit Exposure gegen Streusalz und Tausalz brauchen im Frühjahr eine Intensivreinigung, um Salzrückstände zu entfernen, die die Beschichtung angreifen

Häufige Irrtümer zur Parkdeckreinigung und Beschichtung

Parkdecks werden regulär vernachlässigt, weil sie als reine Nutzflächen gelten. Das ist ein Irrtum, der teuer werden kann.

Irrtum

Ein Parkdeck braucht keine besondere Reinigung, Hochdruckwasser reicht aus

Hochdruckreiniger sind bei falscher Anwendung die schlimmsten Feinde von Parkdeckbeschichtungen. Der Druck kann die oberste Schicht abtragen, Risse verursachen und die Beschichtung von der Tragschicht lösen.

Fakt

Reinigung muss auf die Beschichtung abgestimmt sein

Jede Beschichtung erfordert eigene Reinigungsverfahren: Epoxidharz verträgt pH-neutrale Mittel und moderate Drücke, Polyurethan ist empfindlicher gegen Lösemittel. Eine falsche Pflege kann Tausende Euro an Neu Beschichtungskosten verursachen.

Irrtum

Die Rutschfestigkeit eines Parkdecks bleibt über Jahre gleich

Viele Hausverwaltungen gehen davon aus, dass ein einmal vermessenes Parkdeck seine Werte behält. In Wirklichkeit nimmt die Rutschfestigkeit durch Verschmutzung, Abrieb und Witterung jedoch kontinuierlich ab.

Fakt

Rutschfestigkeit muss regelmässig geprüft werden

Nach BGR 181 muss die Rutschfestigkeit wiederkehrend geprüft werden. Eine jährliche Prüfung mit dem Gleitmessgerät nach SRV-Verfahren dokumentiert den Zustand und zeigt rechtzeitig, wann eine Reinigung oder Instandsetzung nötig wird.

BGR 181: Was die Berufsgenossenschaft für Parkdecks vorschreibt

Die Berufsgenossenschaftliche Regel BGR 181 regelt Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Arbeiten auf Verkehrswegen. Für Parkdecks bedeutet das konkrete Vorgaben an die Rutschfestigkeit des Bodenbelags, wobei die Regel für alle begehbaren Verkehrsflächen gilt - also auch für Parkdecks, auf denen Fußgänger und Fahrzeuge gemeinsam verkehren.

Die wichtigsten Anforderungen im Überblick:

  • Klassifizierung nach R-Werten: Parkdecks müssen mindestens die Klasse R11 erreichen. Das entspricht einem SRV-Wert (Skid Resistance Valü) von über 36. Für steile Auffahrten und Rampen gelten harten Anforderungen: R12 oder R13.
  • Prüfpflicht: Die Rutschfestigkeit muss bei Neuherstellung und nach Instandsetzungsarbeiten nachgewiesen werden. Wiederkehrende Prüfungen werden empfohlen und sind in der Praxis unerlässlich, um Haftungsansprüche abzuwehren.
  • Dokumentation: Jede Prüfung muss protokolliert werden, mit Angabe des Prüfverfahrens, des Messgeräts, der Messpunkte und der Ergebnisse. Diese Protokolle sind bei Unfällen die wichtigste Unterlage für die Hausverwaltung.

Was passiert bei Verstössen gegen BGR 181?

Die BGR 181 ist keine bindende Rechtsvorschrift, wird aber von den Gerichten als massgeblicher Standard herangezogen. Werden die geforderten Rutschfestigkeitswerte nicht erreicht, verletzt das Parkdeck die Verkehrssicherungspflicht. Kommt es zu einem Unfall, haftet der Eigentümer oder die Hausverwaltung. Im Extremfall kann die Berufsgenossenschaft bei Missständen Anordnungen treffen und sogar die Nutzung des Parkdecks untersagen.

Praxisfall aus der Hauptstadt-Charlottenburg: Das Parkdeck eines Wohnkomplexes am Ernst-Reuter-Platz hatte seit fünf Jahren keine Rutschfestigkeitsprüfung mehr erhalten. Nach einem Sturz auf naassem Boden im Winter verklagte der verletzte Mieter die Hausverwaltung. Das Gericht stellte fest, dass die fehlende Prüfung einen Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht darstellt. Die Haftungssumme: 34.000 Euro. Eine jährliche Prüfung hätte 500 EUR gekostet.

Beschichtungsarten für Parkdecks im Vergleich

Parkdecks werden in der Regel mit einer speziellen Beschichtung versehen, die zwei Aufgaben erfüllt: Sie schützt den Beton vor Durchfeuchtung und Chlorideintrag und sie stellt eine definierte Rutschfestigkeit her. Die Wahl der Beschichtung beeinflusst die Reinigungsmöglichkeiten erheblich.

  • Epoxidharz-Beschichtung: Die am häufigsten eingesetzte Beschichtung für Parkdecks. Sie ist mechanisch belastbar, chemikalienbeständig und lässt sich gut reinigen. Epoxidharz verträgt pH-neutrale Reinigungsmittel und moderate Hochdruckreinigung. Nachteil: Nicht UV-beständig, vergilbt bei direkter Sonneneinstrahlung.
  • Pol yurethan-Beschichtung: Flexibler als Epoxidharz und UV-beständig. Während Epoxidharz bei Temperaturen unter 5 Grad spröde wird, bleibt Polyurethan auch im staedtische Winter elastisch. Pflege erfordert mildere Mittel, da Polyurethan empfindlicher gegen Lösemittel reagiert.
  • MMA-Beschichtung (Methylmethacrylat): Schnellährtendes System, das nach wenigen Stunden begehbar ist. MMA-Beschichtungen sind sehr widerstandsfähig und eignen sich für kurzfristige Sanierungen. Die Saeuberung erfolgt mit handelsüblichen Parkdeckreinigern.
  • Kunstharzestrich mit Streuschicht: Eine Beschichtung mit eingestreutem Quarzsand, der die Rutschfestigkeit erzeugt. Die Pflege muss die Streuschicht schonen, da sie für die Griffigkeit verantwortlich ist. Aggressive Reinigungsmittel können den Sand bindenden Harz auflösen.

Reinigungsmethoden für beschichtete Parkdecks

Die Saeuberung eines beschichteten Parkdecks unterscheidet sich grundlegend von der Saeuberung einer Tiefgarage. Während Tiefgaragen vor allem mit Ölflecken und Reifenabrieb zu kämpfen haben, stehen Parkdecks zusätzlich unter Witterungseinflüssen.

Jährliche Grundreinigung

Eine Grundreinigung sollte mindestens einmal jährlich erfolgen, im staedtische Raum am besten im Frühjahr nach der Streusalzperiode. Dabei werden Salzrückstände, Schmutzablagerungen, Moos und Algen entfernt, die sich über den Winter gebildet haben. Wir arbeiten mit einer Einscheibenmaschine in Kombination mit einem pH-neutralen Parkdeckreiniger, wobei der Druck so eingestellt wird, dass die Beschichtung nicht beschädigt wird.

Zwischenreinigung bei Bedarf

Zusätzlich zur Grundreinigung sollten sichtbare Verschmutzungen zeitnah behandelt werden. Ölflecken, die von parkenden Fahrzeugen verursacht werden, müssen mit Ölbindern aufgenommen und anschließend gereinigt werden. Laub und Schmutz in den Entwässerungsrinnen müssen regelmässig entfernt werden, um Staunässe zu vermeiden.

Reinigung der Entwässerung

Die Entwässerung eines Parkdecks ist entscheidend für dessen Lebensdauer, denn verstopfte Abflüsse führen zu Staunässe, die den Beton und die Beschichtung angreift. Bei jeder Saeuberung kontrollieren wir daher die Abflüsse und Gullys und entfernen Ablagerungen. In Berlin mit seinen vielen laubwerfenden Bäumen ist das besonders im Herbst ein Dauerthema.

Rutschfestigkeitsprüfung und Dokumentation

Die Prüfung der Rutschfestigkeit erfolgt mit dem sogenannten Skid Resistance Tester (SRT) nach dem Verfahren des SRV-Werts. Dabei simuliert das Messgerät einen schuhsohlenartigen Belag, der unter definiertem Druck und Winkel über die Oberfläche gleitet. Der gemessene Widerstand wird in Einheiten angegeben und in die R-Klassen R9 bis R13 eingestuft.

Prüfablauf bei unseren Einsätzen:

  • Wahl der Messpunkte nach einem Raster, das alle Zonen des Parkdecks abdeckt: Fahrspuren, Gehwege, Rampen, Kurven
  • Durchführung der Messung bei trockenen und nassen Bedingungen
  • Auswertung der Messwerte und Vergleich mit den Anforderungen der BGR 181
  • Erstellung eines Protokolls mit Empfehlungen für eventuelle Maßnahmen
  • Übergabe der Dokumentation an die Hausverwaltung

Die Prüfung sollte jährlich im Spätsommer oder Herbst erfolgen, nach der Hauptreinigungsphase. So werden die Werte unter realen Betriebsbedingungen gemessen.

Fehlt die Dokumentation, haftet der Eigentümer bei Unfällen vollumfänglich. Gerichte stuften in mehreren Urteilen fehlende Prüfprotokolle als grob fahrlässig ein. Für Hausverwaltungen ist die jährliche Prüfung daher kein Kostenfaktor, sondern ein Haftungsrisiko-Begrenzer. Wir übernehmen die Messung, Protokollierung und Archivierung der Ergebnisse für unsere Kunden in Berlin und stellen sicher, dass die Unterlagen bei Bedarf sofort verfügbar sind.

Besonderheiten für Berliner Parkdecks

staedtische Parkdecks stehen unter besonderen Bedingungen. Die Stadt hat die höchste Dichte an Parkdecks in Deutschland und gleichzeitig ein Klima, das die Belastungen erhöht.

  • Streusalz im Winter: die Hauptstadt verbraucht jährlich etwa 20.000 Tonnen Streusalz. Das Salz landet nicht nur auf Straßen, sondern ebenso auf Parkdecks. Natriumchlorid greift die Beschichtung chemisch an und kann den Beton korrodieren. Eine Frühjahrsreinigung ist daher besonders wichtig.
  • Sommerhitze: Temperaturen über 35 Grad im Sommer wechseln sich mit heftigen Regenschauern ab. Der Temperaturwechsel führt zu Ausdehnung und Kontraktion der Beschichtung. Mikrorisse können entstehen, in die Schmutz und Wasser eindringen.
  • Baumbehang: zahlreiche staedtische Parkdecks stehen in der Nähe von Bäumen, etwa in Wohngebieten in Steglitz, Zehlendorf oder Spandau. Laub, Samen und Harz können die Oberfläche verkleben und die Entwässerung verstopfen. Im Herbst ist eine zusätzliche Pflege der Abflüsse ratsam.
  • Neubau-Parkdecks: Seit 2020 werden diverse staedtische Parkdecks mit begrünten Oberflächen gebaut. Diese Systeme erfordern angepasste Reinigungsmethoden, da die Vegetationsschicht nicht beschädigt werden darf.

Weitere Informationen zur fachgerechten Tiefgaragenreinigung in der Hauptstadt finden Sie in unserem Leistungsangebot.

Häufige Fragen zur Parkdeckreinigung und Beschichtung

Was bedeutet R11 bei der Rutschfestigkeit von Parkdecks?

R11 ist eine Klassifizierung der Rutschfestigkeit nach BGR 181. Ein R11-Parkdeck hat einen SRV-Wert von über 36 und bietet auf nassem Untergrund ausreichend Griffigkeit für Fußgänger. Die Skala reicht von R9 (geringste Rutschfestigkeit) bis R13 (höchste). Für Parkdecks ist R11 das Minimum.

Wie häufig muss ein Parkdeck auf Rutschfestigkeit geprüft werden?

Wir empfehlen eine jährliche Prüfung, am besten im Spätsommer oder Herbst nach der Grundreinigung. Bei Unfällen fordern Gerichte den Nachweis regelmässiger Prüfungen. Wer nicht prüfen lässt, riskiert die volle Haftung bei Sturzunfällen.

Welche Reinigungsmittel dürfen auf beschichteten Parkdecks verwendet werden?

Nur pH-neutrale Reinigungsmittel, deren Verträglichkeit mit der jeweiligen Beschichtung zertifiziert ist. Aggressive Lösemittel, stark alkalische Mittel oder Hochdruckreiniger mit zu hohem Druck können die Beschichtung zerstören. Der Reinigungsdienstleister sollte die Beschichtung vorab kennen.

Was kostet eine Parkdeckreinigung in Berlin?

Die Kosten liegen bei 2 bis 4 Euro pro Quadratmeter für eine Grundreinigung. Für ein 2.000 Quadratmeter großes Parkdeck bedeutet das 4.000 bis 8.000 Euro jährlich. Eine Rutschfestigkeitsprüfung kostet zusätzlich etwa 300 bis 600 Euro.

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