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Rohrreinigung

Vorbeugende Rohrreinigung spart Kosten


Skalitzer Str. 33, 10999 Berlin-Kreuzberg ·
(030) 74690304
Dawid Marczyk
28.03.2026
10 Min. Lesezeit

Die meisten Rohrreinigungsnotfälle in Berlin haben denselben Hintergrund: Monate oder Jahre ohne jegliche Wartung. Wir zeigen Ihnen, warum vorbeugende Rohrreinigung kein Luxus ist, sondern ein Kalkulationsfaktor, der in jedem Immobilienbudget seinen Platz haben sollte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prophylaktische Rohrreinigung senkt Notfalleinsätze bei unseren Berliner Kunden deutlich und amortisiert sich in der Regel im ersten Jahr
  • Ein Notfalleinsatz mit Hochdruckreinigung kostet zwischen 350 und 1.800 Euro, während ein geplanter Wartungstermin ab 120 Euro zu haben ist
  • Berlins Wasserhärte von 16 bis 22 Grad deutscher Härte führt zu Kalkablagerungen, die den Rohrquerschnitt innerhalb von fünf bis acht Jahren auf die Hälfte reduzieren können
  • Ein Wartungsvertrag mit jährlicher Kamera-inspektion und zweimaliger Reinigung kostet weniger als ein einziger Wasserrostschaden

Häufige Irrtümer zur vorbeugenden Rohrreinigung

In unserer täglichen Praxis in Berlin können wir beobachten, wie Immobileneigentümer und Hausverwaltungen aus Unwissenheit falsche Entscheidungen treffen. Bevor wir in die Zahlen gehen, räumen wir mit den zwei verbreitetsten Fehlannahmen auf.

Irrtum

Abflussreiniger aus dem Supermarkt reichen als Vorsorge

Chemische Abflussreiniger lösen organische Ablagerungen nur oberflächlich und können die Rohrinnenwandung nachhaltig beschädigen. Bei Kunststoffröhren führen säurehaltige Mittel zu Mikrorissen, die später Haftungsstellen für Fettablagerungen bilden.

Fakt

Professionelle Reinigung mit biologisch abbaubaren Präparaten schont Rohre und Umwelt

Wir arbeiten ausschließlich mit enzymhaltigen und biologisch abbaubaren Reinigungsprodukten. Diese lösen Fett, Kalk und Haaransammlungen, ohne die Rohrstruktur anzugreifen. Gleichzeitig können die verwendeten Stoffe über die Berliner Kläranlagen problemlos abgebaut werden.

Irrtum

Röhre halten ewig, solange Wasser durchläuft

Gusseiserne Abwasserrohre in Berliner Altbauten aus den 1950er und 1960er Jahren haben eine reale Lebensdauer von 40 bis 60 Jahren. Ohne Vorsorge korrodieren sie von innen. Öffnungen, Risse und Ablagerungen entstehen schleichend.

Fakt

Regelmäßige Inspektion verlängert die Lebensdauer und verhindert Austausch

Eine Kamera-inspektion alle 12 bis 24 Monate identifiziert Korrosion und Ablagerungen frühzeitig. In der Praxis können wir den Rohraustausch so um fünf bis zwölf Jahre verschieben. Bei einem Durchschnittspreis von 250 Euro pro Laufmeter für eine Sanierung ist das ein beträchtlicher finanzieller Unterschied.

Kostenvergleich: Notfall vs. Vorsorge

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Wir haben die Einsätze ausgewertet, die wir in den letzten drei Jahren in Berlin durchgeführt haben. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass prophylaktische Reinigung keine Ausgabe ist, sondern eine Investition.

Was ein Rohrnotfall in Berlin tatsächlich kostet:

  • Standardverstopfung (einzelner Abfluss): 350 bis 550 EUR bei tagsüberer Anfahrt, inklusive Spirale und Grundreinigung
  • Notdienst am Wochenende oder Feiertag: Aufschlag von 50 bis 100 Prozent, je nach Uhrzeit
  • Hauptabfluss verstopft (Sammelleitung): 800 bis 1.800 EUR, abhängig von Zugang und Tiefe
  • Wasserschaden durch Rückstau: 3.000 bis 15.000 EUR, inklusive Trocknung, Schimmelbeseitigung und Mietminderung
  • Rohrbruch mit Grundstücksschäden: 5.000 bis 25.000 EUR, bei Straßenleitzugriffen deutlich höher

Dem gegenüber stehen die Kosten der Vorsorge:

  • Prophylaktische Reinigung eines Einfamilienhauses (Hausanschluss): 120 bis 200 EUR pro Termin
  • Mehrfamilienhaus mit bis zu 12 Wohneinheiten: 250 bis 400 EUR
  • Gewerbeimmobilie (Standard): 300 bis 600 EUR, je nach Rohrlänge
  • Kamera-inspektion zur Zustandskontrolle: 200 bis 450 EUR

Einsatz aus Berlin-Mitte: Eine Hausverwaltung rief uns am Samstagabend an, weil das Erdgeschoss eines Altbaus an der Torstraße unter Wasser stand. Die Hauptsammelleitung war komplett verstopft. Gesamtkosten: 4.200 EUR für Notdienst, Rohrreinigung und Trocknung. Ein prophylaktischer Termin mit Kamera-inspektion hätte ca. 350 EUR gekostet. Die Hausverwaltung hat daraufhin einen Wartungsvertrag abgeschlossen.

Return on Investment: Rechnet sich vorbeugende Rohrreinigung?

Ja, und deutlicher als viele Eigentümer erwarten. Wir betrachten das Beispiel eines typischen Berliner Mehrfamilienhauses mit acht Wohneinheiten aus den 1960er Jahren.

Szenario A: Keine Vorsorge

  • Ein Notfalleinsatz pro Jahr (durchschnittlich): 700 EUR
  • Kamera-inspektion nach einem Notfall: 300 EUR
  • Durchschnittlicher Wasserschaden alle vier Jahre: 6.000 EUR (geteilt durch vier = 1.500 EUR pro Jahr)
  • Jährliche Gesamtkosten ohne Vorsorge: ca. 2.500 EUR

Szenario o: Prophylaktische Wartung

  • Zweimalige Rohrreinigung pro Jahr: 500 EUR
  • Eine Kamera-inspektion pro Jahr: 300 EUR
  • Risiko Notfalleinsatz (reduziert um ca. 80%): 140 EUR
  • Risiko Wasserschaden (reduziert um ca. 75%): 375 EUR pro Jahr
  • Jährliche Gesamtkosten mit Vorsorge: ca. 1.315 EUR

Das Ergebnis: Die Vorsorge spart bei diesem Gebäudetyp rund 1.185 EUR pro Jahr. Bei zehnjähriger Betrachtung sind das über 11.000 EUR Ersparnis, ohne die indirekten Kosten wie Mietminderung, verargerte Mieter und verzögerte Renovierungsarbeiten zu berücksichtigen.

Intervalle nach Gebäudetyp

Nicht jedes Gebäude benötigt den gleichen Rhythmus. Wir empfehlen unterschiedliche Intervalle, je nach Nutzung und Alter der Installation.

Einfamilienhäuser

  • Gebäude bis 1990 gebaut: Rohrreinigung alle 12 Monate, Kamera-inspektion alle 24 Monate
  • Neubau (ab 1990): Rohrreinigung alle 18 bis 24 Monate, erste Kamera-inspektion nach fünf Jahren
  • Besonderheit: Hausanschlussleitungen bis zum Grundstücksanschluss prüfen wir auf Kalk und Wurzelbewuchs

Mehrfamilienhäuser (4 bis 20 Wohneinheiten)

  • Altbau (vor 1950, Gusseisen): Rohrreinigung alle 6 bis 9 Monate, Kamera-inspektion jährlich
  • Plattenbau (1960er bis 1980er): Rohrreinigung alle 12 Monate, Kamera-inspektion alle 18 Monate
  • Saniertes Gebäude (nach 2000): Rohrreinigung alle 18 Monate, Kamera-inspektion alle 24 Monate

Gewerbeimmobilien

  • Restaurants und Gastronomie: Rohrreinigung alle 3 bis 6 Monate, Fettabscheider-kontrolle monatlich
  • Bürogebäude: Rohrreinigung alle 12 Monate, Kamera-inspektion alle 24 Monate
  • Pflegeheime und Kliniken: Rohrreinigung alle 6 Monate, wegen der Hygieneanforderungen

Die genannten Intervalle sind Richtwerte aus unserer Berliner Praxis. Sie müssen individuell angepasst werden, wenn besondere Faktoren vorliegen: eine hohe Anzahl an Sanitäreinrichtungen, eine bekanntermaßen sanierungsbedürftige Leitungsführung oder eine Nähe zu Baustellen, die Erschütterungen verursachen. Wir erstellen für jedes betreute Objekt einen individuellen Wartungsplan, der diese Faktoren berücksichtigt. Der Plan wird nach jedem Einsatz aktualisiert und der Hausverwaltung zur Verfügung gestellt. So entsteht im Laufe der Jahre ein detailliertes Bild vom Zustand der Installation, das bei anstehenden Sanierungen wertvolle Planungsgrundlagen liefert.

Was Berlin besonders macht: Wasserhärte und Altbau-Infrastruktur

Berlins Trinkwasser wird zu über 60 Prozent aus Grundwasser gewonnen und ist mittelhart bis hart. Die Wasserhärte beträgt je nach Bezirk zwischen 16 und 22 Grad deutscher Härte (dH). Zum Vergleich: Weiches Wasser liegt unter 8 dH.

Was das für Abwasserrohri bedeutet: Kalkablagerungen setzen sich an den Rohrinnenwänden ab, besonders in wärmeführenden Leitungen und an Übergängen zwischen verschiedenen Materialien. In Berliner Altbauten, in denen Gusseisen auf Kunststoff trifft, entstehen genau an diesen Kanten Ablagerungen, die den Querschnitt schrittweise verengen.

Dazu kommt das Berliner Grundwasser. In Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Charlottenburg liegt der Grundwasserspiegel hoch. Undichte Rohrverbindungen ziehen Bodenpartikel und feine Wurzeln an. Unsere Kamera-inspektionen zeigen regelmäßig, dass Wurzelbewuchs die häufigste Ursache für Verstopfungen in Berliner Altbauten ist, gefolgt von Kalk und Fettablagerungen.

Besonders betroffene Gegenden in Berlin:

  • Altbaugrünzonen in Prenzlauer Berg und Schöneberg: Mischinstallationen aus Gusseisen und Steinzeug, teilweise über 80 Jahre alt
  • Wedding und Gesundbrunnen: Hoher Grundwasserspiegel führt zu erhöhtem Wurzelbewuchs
  • Plattenbaugebiete in Marzahn-Hellersdorf und Hohenschönhausen: Große Sammelleitungen, aber häufig undichte Trennflansch-Verbindungen

Reinigungsverfahren und biologisch abbaubare Produkte

Nicht jede Reinigungsmethode passt zu jeder Situation. Wir setzen verschiedene Verfahren ein, die sich ergänzen.

Hochdruckreinigung (Wasserstrahl)

Der Klassiker für die Grundreinigung. Mit Druck von 50 bis 150 Bar lösen wir feste Ablagerungen, Wurzelbewuchs und Kalkkrusten. Geeignet für Hauptabflüsse und Sammelleitungen. In Berlin nutzen wir dafür Anhängerfahrzeuge mit eigenem Wassertank, da nicht jeder Hinterhof mit genügend Wasserdruck versorgt wird.

Spiraltechnik (mechanisch)

Für einzelne Abflüsse und Längen bis 30 Meter. Die Spirale rotiert und frasst Ablagerungen ab. Ideal für Waschbecken, Duschen und Küchenabflüsse. Vorteil: Kein Wasserbedarf, geeignet für Geschosswohnungen ohne Zugang zur Hauptleitung.

Kamera-inspektion

Wir führen bei jedem Wartungsvertrag mindestens einmal jährlich eine Kamera-inspektion durch. Farbvideos mit 360-Grad-Auflösung zeigen den genauen Zustand der Rohre. Wir dokumentieren Ablagerungen, Risse, Korrosion und Wurzelbewuchs. Diese Aufnahme bekommt der Eigentümer als digitales Protokoll.

Enzymatische Reinigung (biologisch abbaubar)

Nach der mechanischen Reinigung können enzymhaltige Präparate eingebracht werden. Diese arbeiten während mehrerer Tage und lösen verbliebene organische Ruckstände. Die Enzyme sind vollständig biologisch abbaubar und können die Berliner Kläranlagen nicht belasten. Wir empfehlen diesen Schritt besonders nach Fettablagerungen in Gastronomiebetrieben.

Pipe Relining als Alternative zum Austausch

Wenn eine Kamera-inspektion zeigt, dass ein Rohr stark korrodiert ist, muss nicht zwingend gebaggert werden. Mit dem Pipe-Relining-Verfahren ziehen wir einen Epoxidharz-Schlauch in das vorhandene Rohr ein. Der Schlauch härtet aus und bildet eine neue, nahtlose Innenwandung. Vorteile: Keine Erdarbeiten, keine Grundstücksschäden, Lebensdauer der neuen Wandung über 50 Jahre. In Berlin mit seinen dicht bebauten Grundstücken eine bedeutende Erleichterung.

Wartungsverträge vs. einmalige Einsätze

Eigentümer stehen regelmäßig vor der Entscheidung: Buchen wir nur bei Bedarf oder schließen wir einen dauerhaften Vertrag? Aus unserer Erfahrung ist die Antwort eindeutig, jedoch die Rahmenbedingungen müssen stimmen.

Vorteile eines Wartungsvertrags:

  • Fest vereinbarte Termine, keine Wartezeiten bei Notfällen
  • Kostentransparenz durch jährliche Festpreise
  • Priorisierte Anfahrt bei akuten Problemen
  • Dokumentation für Eigentümerversammlungen und Hausverwaltungen
  • Früherkennung von Schäden durch regelmäßige Kamera-inspektionen

Was ein typischer Wartungsvertrag bei uns enthält:

  • Zweimalige prophylaktische Rohrreinigung pro Jahr
  • Eine Kamera-inspektion mit digitalem Zustandsbericht
  • Notdienst-Priorität (Anfahrt innerhalb von zwei Stunden)
  • 10 Prozent Rabatt auf eventuelle Sondereinsätze

Kosten als Richtwert: Für ein Berliner Mehrfamilienhaus mit 8 bis 12 Wohneinheiten liegt der Wartungsvertrag bei 900 bis 1.400 EUR pro Jahr. Das klingt nach Geld, doch im Vergleich zu einem einzigen Notfalleinsatz mit Wasserschaden (durchschnittlich 4.000 EUR) ist es ein Bruchteil.

Für Hausverwaltungen, die mehrere Objekte betreuen, lohnt sich ein Rahmenvertrag, der alle Liegenschaften abdeckt. Die Kosten sinken dabei um 10 bis 15 Prozent gegenüber Einzelverträgen, weil Anfahrt und Disposition effizienter geplant werden können. Wir betreuen in Berlin mehrere Hausverwaltungen mit jeweils fünf bis zwanzig Objekten unter einem solchen Rahmenvertrag. Die Zufriedenheit ist hoch, weil die Hausverwaltung einen festen Ansprechpartner hat und die Dokumentation aller Einsätze zentral verwaltet wird. Einmalige Einsätze bleiben möglich, sollten aber die Ausnahme bilden. Wer nur im Notfall ruft, zahlt nicht nur höhere Einsatzkosten, sondern verzichtet auch auf den präventiven Schutz, den regelmäßige Wartung bietet.

Budgetplanung für Hausverwaltungen

Eine professionelle Hausverwaltung muss Rohrreinigung in den wirtschaftlichen Plan aufnehmen. Wir empfehlen folgende Vorgehensweise.

Erstbegehung: Bevor ein Wartungsvertrag abgeschlossen wird, führen wir eine Grunderfassung durch. Kamera-inspektion aller erreichbaren Leitungen, Dokumentation des Ist-Zustands und Erstellung eines Sanierungsbedarfsberichts. Diese Erstbegehung kostet 300 bis 600 EUR, je nach Gebäudegröße.

Budgetposten je Wohneinheit und Jahr:

  • Standard (Neubau, keine Vorschäden): 30 bis 50 EUR pro Wohneinheit
  • Mittel (Altbau, regelmäßig gewartet): 60 bis 100 EUR pro Wohneinheit
  • Hoch (Altbau mit Vorschäden, Gastronomie): 100 bis 180 EUR pro Wohneinheit

Rücklagen für Sanierung: Wir empfehlen, pro Wohneinheit jährlich 15 bis 25 EUR als Rücklage für mögliche Rohrsanierungen einzuplanen. Bei einem 12-Parteien-Haus sind das 180 bis 300 EUR pro Jahr. Nach fünf bis acht Jahren steht so ein Puffer für größere Instandsetzungen bereit.

Ein häufiger Fehler von Hausverwaltungen ist es, Rohrreinigung als variablen Kostenposten zu behandeln, der bei Budgetkürzungen zuerst gestrichen wird. In der Folge steigen die Notfalleinsätze, die ein Vielfaches der gesparten Wartungskosten verursachen. Wir raten dazu, Rohrreinigung als fixen Bestandteil des Instandhaltungsbudgets zu verankern und in der Wirtschaftlichkeitsberechnung gegen die kalkulierten Notfallkosten aufzurechnen. Die Erfahrung zeigt: Hausverwaltungen, die konsequent in Vorsorge investieren, verzeichnen langfristig niedrigere Gesamtkosten und weniger Mieterbeschwerden. Im Zweifelsfall erstellen wir eine individuelle Kosten-Nutzen-Analyse, die die konkreten Zahlen für das jeweilige Objekt liefert.

Versicherung und Haftung

Die Gebäudeversicherung greift nicht automatisch bei Rohrverstopfungen. Eigentümer müssen den Unterschied kennen.

Was die Gebäudeversicherung abdeckt: Rohrbruch mit direktem Wasserschaden am Gebäude. Die Versicherung zahlt Trocknung, Reparatur und Schädensbeseitigung.

Was sie nicht abdeckt: Verstopfungen ohne Bruch, Rückstauschäden durch nicht gewartete Leitungen und Schäden durch haushaltsübliche Nutzung. Hier hat die Versicherung ein Recht auf Regress, wenn der Eigentümer nachweisen kann, dass die Hausverwaltung die Wartung versäumt hat.

Rückstauversicherung: Wir raten jeder Hausverwaltung dringend zum Abschluss einer Rückstauversicherung. Diese deckt Schäden durch zurücksteigendes Abwasser bei Starkregen oder Kanalüberlastung. In Berlin sind Rückstauschäden nach sommerlichen Wolkenbrüchen häufig. Kosten der Zusatzversicherung: ca. 50 bis 150 EUR pro Jahr, je nach Deckungssumme.

Dokumentation als Schutz: Jede Kamera-inspektion, jeder Wartungstermin und jedes Protokoll sollte archiviert werden. Im Schadensfall beweist die Dokumentation, dass der Eigentümer seiner Unterhaltspflicht nachgekommen ist. Ohne Nachweise droht die Ablehnung der Regulierung.

Wartungskalender: Das ganze Jahr im Blick

Wer seine Rohrreinigung strategisch plant, vermeidet Engpässe und verteilt die Kosten gleichmäßig über das Jahr.

März bis April: Frühjahrscheck

  • Kamera-inspektion aller Hauptleitungen nach der Frostperiode
  • Prüfung auf Frostschäden an Außenleitungen und Hausanschluss
  • Enzymatische Reinigung als Vorsorgemaßnahme nach dem Winter
  • Dokumentation des Zustands für die Eigentümerversammlung im zweiten Quartal

Juni bis Juli: Halbzeitreinigung

  • Prophylaktische Rohrreinigung aller Sammelleitungen
  • Kontrolle der Fettabscheider bei Gastronomiebetrieben
  • Prüfung der Regenwasserleitungen nach Frühlingsregen

September bis Oktober: Herbstvorsorge

  • Reinigung der Dachabläufe und Fallrohre (Laub)
  • Zweite Kamera-inspektion bei Problembauten
  • Durchführen notwendiger kleiner Reparaturen vor dem Winter
  • Prüfung auf Wurzelbewuchs vor der Vegetationsruhe

November bis Februar: Winterbetrieb

  • Überwachung der frostempfindlichen Leitungen
  • Notdienstbereitschaft (in Wartungsverträgen enthalten)
  • Planung der Wartungstermine für das nächste Jahr
  • Einarbeitung der Winterprotokolle in die Jahresdokumentation

Dieser Kalender dient als Vorlage und muss an die spezifische Situation des jeweiligen Gebäudes angepasst werden. Besonders in Berliner Altbauten können individuelle Faktoren wie die Mischung verschiedener Rohrmaterialien, tiefer liegende Sammelleitungen oder eine hohe Grundwassergefährdung den Rhythmus verändern. Wir erstellen für jedes betreute Objekt einen maßgeschneiderten Wartungskalender und passen ihn jährlich an die aktuellen Befunde der Kamera-inspektion an. Hausverwaltungen erhalten diesen Kalender digital und können ihn in ihr Facility-Management-System integrieren. So wird Rohrreinigung von einer reinen Maßnahme zum strukturierten Bestandteil der Gebäudebewirtschaftung.

Häufige Fragen zur vorbeugenden Rohrreinigung

Wie wiederholt sollten Abwasserrohre bei einem Berliner Mehrfamilienhaus gereinigt werden?

Für ein typisches Mehrfamilienhaus in Berlin empfehlen wir zweimal pro Jahr eine prophylaktische Rohrreinigung. Bei Altbauten mit Gusseisenröhren (vor 1950) sollte der Rhythmus auf alle 6 bis 9 Monate verkürzt werden. Ergänzend führen wir einmal jährlich eine Kamera-inspektion durch, um den Zustand der Leitungen zu dokumentieren und frühzeitig Schäden zu erkennen.

Was kostet ein Wartungsvertrag für Rohrreinigung in Berlin?

Die Kosten hängen von der Gebäudegröße, dem Zustand der Rohre und dem Leistungsumfang ab. Als Richtwert: Für ein Mehrfamilienhaus mit 8 bis 12 Wohneinheiten liegt ein Wartungsvertrag mit zweimaliger Reinigung und jährlicher Kamera-inspektion zwischen 900 und 1.400 Euro pro Jahr. Gewerbeimmobilien kosten mehr, Einfamilienhäuser deutlich weniger. Wir erstellen gerne ein auf Ihren Bedarf zugeschnittenes Angebot nach einer kostenlosen Erstbegehung.

Ist Pipe Relining eine Alternative zum Rohraustausch?

Ja, Pipe Relining kommt infrage, wenn die Kamera-inspektion Korrosion oder Rändelungen zeigt, das Rohr doch noch strukturell intakt ist. Ein Epoxidharz-Schlauch wird in das vorhandene Rohr eingezogen und härtet dort zu einer neuen Innenwandung aus. Das Verfahren funktioniert ohne Erdarbeiten und verlängert die Lebensdauer der Leitung um über 50 Jahre. In Berlin mit seinen engen Hinterhöfen und dichten Bebauungen ist das regulär die wirtschaftlichere Lösung gegenüber einem offenen Rohraustausch.

Übernimmt die Versicherung die Kosten bei Rohrverstopfung?

Die Gebäudeversicherung greift nur bei Rohrbruch mit direktem Wasserschaden am Gebäude. Einfache Verstopfungen ohne Bruch sind nicht versichert. Ebenfalls nicht abgedeckt sind Rückstauschäden, wenn der Eigentümer die Wartung versäumt hat. Eine Rückstauversicherung als Zusatz deckt Schäden durch zurücksteigendes Abwasser, etwa nach Starkregen. Die Kosten liegen bei 50 bis 150 Euro pro Jahr. Wichtig: Nur mit vollständiger Wartungsdokumentation ist der Eigentümer im Schadensfall abgesichert.

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