Reinigung von Produktionshallen - Besonderheiten in der Industrie
Produktionshallen erfordern eine andere Reinigung als Büroräume. Maschinenöle, Feinstaub und spezifische Schmutzarten verlangen nach angepassten Verfahren. Wir zeigen, was Hausverwaltungen und Produktionsleiter in Berlin wissen müssen.
Das Wichtigste in Kürze
- Industrielle Produktionshallen erfordern branchenspezifische Reinigungspläne, die Schmutzart und Produktionsablauf berücksichtigen
- Öl-, Fett- und Metallstaub können mit herkömmlichen Reinigungsmitteln nicht entfernt werden
- Reinigung während laufender Produktion verlangt Sondergenehmigungen nach Betriebssicherheitsverordnung
- Wasserhaushaltsgesetz schränkt die Entsorgung von industriellen Reinigungsflüssigkeiten in Berlin stark ein
Häufige Irrtümer zur Hallenreinigung
Vor den Details räumen wir mit den Annahmen auf, die wir in der täglichen Beratung am häufigsten hören.
Ein normaler Büroreinigungsdienst reicht für die Produktion
Viele Unternehmen setzen denselben Dienstleister für Büro und Halle ein. Die Schmutzarten in Produktionshallen erfordern aber andere Geräte, Reinigungsmittel und geschultes Personal.
Industriereinigung ist ein eigenes Fachgebiet
Die Saeuberung von Produktionshallen erfordert Kenntnisse in Materialkunde, Arbeitssicherheit, Entsorgungsrecht und Abwassertechnik. Ein Büro-Reinigungsdienst ist dazu in der Regel nicht ausgerüstet.
Man kann einfach Wasser und Hochdruck reinigen
Hochdruckreiniger auf Hallenböden setzen Feinstaub frei und können Öl-Rückstände in die Kanalisation spülen. Beides ist in Berlin ordnungsrechtlich problematisch.
Abwasservorschriften gelten auch auf dem Werksgelände
Wer Reinigungsmittel oder sonstige Ruckstände in den Kanal spült, verstösst gegen das Wasserhaushaltsgesetz. Die staedtische Betriebe müssen Ruckstände getrennt auffangen und fachgerecht entsorgen.
Schmutzarten in Produktionshallen im Überblick
Nicht jeder Schmutz ist gleich. In einer Produktionshalle in Berlin-Marzahn, in der Metallteile gefertigt werden, finden wir andere Rückstände als in einer Lebensmittelproduktion in Berlin-Spandau. Die Wahl des Reinigungsverfahrens hängt direkt von der Schmutzart ab.
Die vier häufigsten Schmutzarten, die wir in staedtische Industriebetrieben antreffen:
- Metallspäne und Schleifstaub: Entstehen bei der spanabhebenden Bearbeitung. Die Partikel sind mikroskopisch klein und lagern sich in Bodenrauheiten, Maschinenschlitzen und Lüftungskanälen ab. Trockenes Abwischen verstreut sie nur. Wir setzen Industriesauger mit HEPA-Filter ein.
- Kühlschmierstoffe und Öle: Jede CNC-Maschine, jede Pressanlage verliert Kühlschmiermittel. Die Flüssigkeiten bilden Filme auf dem Boden, die rutschgefahrdend sind und chemisch reagieren. Allzweckreiniger lösen diese Filme nicht.
- Pulver und Stäube: In Kunststoffverarbeitungs-, Holzwerkstatt- und Baustoffbetrieben entstehen organischer und anorganischer Staub. Hier gilt die Staubexplosionsverordnung. Saeuberung mit offenen Flammen oder Funken erzeugenden Geräten ist verboten.
- Lebensmittelrückstände: Betriebe nach HACCP-Standard brauchen Reinigungspläne, die in Reinigungsprotokollen dokumentiert werden. Der Einsatz muss mit den Lebensmittelkontaktrichtlinien vereinbar sein.
Reinigungsverfahren nach Einsatzort
Wir unterscheiden bei der Gewerbereinigung von Produktionshallen zwischen drei Zonen, die unterschiedliche Ansätze verlangen.
Zone 1: Boden
Der Hallenboden ist die grösste Fläche und gleichzeitig am stärksten belastet. Die Bodenart bestimmt das Verfahren. Epoxydboden, der in vielen staedtische Produktionshallen liegt, lässt sich mit Scheuersaugemaschinen bearbeiten. Die Maschine führt Reinigungslösung auf, bürstet den Schmutz mechanisch ab und saugt die Flüssigkeit direkt wieder auf. Versiegelte Betonböden erfordern eine geringere Bürstendruck bei der Gewerbereinigung, um die Versiegelung nicht zu beschädigen.
Zone 2: Maschinen und Anlagen
Maschinenreinigung während des laufenden Betriebs ist riskant. Wir planen Reinigungsintervalle in Produktionspausen oder Schichtwechseln. Bei empfindlichen Anlagen kommen Trockeneisstrahlgeräte zum Einsatz. Das Verfahren entfernt Öl und Fett, ohne die Maschinenoberflächen zu zerkratzen oder Feuchtigkeit in die Elektronik zu treiben. Wichtig: Vor jeder Maschinenreinigung müssen die Freigaben des Produktionsleiters und des Betriebsrats schriftlich vorliegen.
Zone 3: Lüftungs- und Absauganlagen
In Betrieben mit stauberzeugenden Prozessen müssen die Lüftungskanäle regelmässig gereinigt werden. Verschmutzte Anlagen verringern die Luftwechselrate und erhöhen die Staubbelastung am Arbeitsplatz. Wir arbeiten hier mit speziellem Kanal-Videoequipment, um den Verschmutzungsgrad zu dokumentieren. Die Pflege erfolgt mit rotierenden Bürstköpfen und Industriestaubsaugern. Nach der Saeuberung messen wir den Luftwechselwert und dokumentieren das Ergebnis.
Praxisfall aus der Hauptstadt-Oberschöneweide: Ein mittelständischer Zulieferer für die Automobilindustrie hatte jahrelang nur gelegentlich den Boden gekehrt. Als ein Audit der Endkunden anstand, mussten wir innerhalb von zwei Wochen die gesamte Halle auf Industry-4.0-Standard bringen. Ergebnis: Die Reinigungsarbeiten umfassten 4.200 Quadratmeter Hallenfläche, drei Produktionslinien und die komplette Lüftungsanlage. Der Kunde bestand den Audit.
Berlin-Spezifische Rahmenbedingungen
vor Ort ist kein klassischer Industriestandort wie das Ruhrgebiet. Dennoch gibt es über 2.000 produzierende Unternehmen in der Stadt, vor allem in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Spandau, Reinickendorf und Tempelhof-Schöneberg. Drei Faktoren machen die Hallenreinigung in Berlin anders als in anderen Regionen.
- Nachbarschaft zu Wohngebieten: zahlreiche staedtische Gewerbegebiete liegen direkt neben Wohnvierteln. Staubaufwirbelung, Geräuschpegel und Reinigungsmittelgerüche müssen begrenzt werden. Wir planen laute Einsätze wie Hochdruckreinigung in den Vormittagsstunden und vermeiden Lärmschutzzeiten.
- Abwasserentsorgung: Das staedtische Abwassersystem ist auf haushaltsübliche Schmutzfrachten ausgelegt. Industrielle Reinigungsflüssigkeiten mit Öl- oder Lösemittelanteilen dürfen nicht in den öffentlichen Kanal geleitet werden. Wir bringen eigene Sammelbehälter mit und entsorgen die Flüssigkeiten über zertifizierte Sonderabfallbetriebe.
- Gewerbesteuerliche Berücksichtigung: Reinigungskosten für Produktionshallen können als Betriebsausgaben abgesetzt werden, sofern sie dokumentiert sind. Wir erstellen für jeden Einsatz einen detaillierten Reinigungsbericht mit Foto-Dokumentation und Zeitaufschlüssung.
Wann während der Produktion, wann in Stillständen?
Die Frage, ob die Pflege während des laufenden Betriebs oder in Produktionsstillständen stattfindet, hängt von der Branche ab. In der Lebensmittelproduktion ist eine tägliche Saeuberung nach Schichtende vorgeschrieben. In der Metallverarbeitung können wir Teilbereiche während des Betriebs reinigen, sofern die Arbeitsbereiche abgesperrt werden. relevant ist: Die Reinigungskräfte müssen nachweislich in den Reinigungsplan eingewiesen sein. Der Einweisungsnachweis muss drei Jahre aufbewahrt werden.
Mehr zur gewerblichen Pflege im Industrieumfeld finden Sie in unserem Leistungsangebot Gewerbereinigung.
Häufige Fragen zur Reinigung von Produktionshallen
Wie regulär sollte eine Produktionshalle gereinigt werden?
Das hängt von der Produktion ab. Lebensmittelbetriebe reinigen täglich nach Schichtende. Metallverarbeitungsbetriebe meistens wöchentlich, während staubfreie Bereiche mehrfach täglich kontrolliert werden. Wir erstellen einen Reinigungsplan auf Basis der Produktionszeiten und Schmutzart.
Welche Reinigungsmittel dürfen in Produktionshallen eingesetzt werden?
Das hängt vom Produktionsbereich ab. In Lebensmittelbetrieben müssen die Mittel lebensmittelverträglich und nach HACCP-Richtlinien zugelassen sein. In Metallverarbeitungsbetrieben kommen schwerlösende Entfetter und Emulgatoren zum Einsatz. Wir verwenden ausschließlich Mittel mit gültigem Sicherheitsdatenblatt, die vom Produktionsleiter freigegeben wurden.
Was kostet die Reinigung einer Produktionshalle in Berlin?
Die Kosten richten sich nach Fläche, Schmutzart, Reinigungsfrequenz und eingesetzten Geräten. Als Orientierung: Für eine 2.000 Quadratmeter Halle mit wöchentlicher Bodenreinigung liegen die monatlichen Kosten zwischen 800 und 2.000 Euro. Maschinenreinigung und Lüftungsanlage werden separat kalkuliert.
Müssen Reinigungskräfte in Produktionshallen speziell geschult sein?
Ja. Nach DGUV-Vorschrift 1 müssen Reinigungskräfte vor dem ersten Einsatz in die speziellen Gefahren des Produktionsbereichs eingewiesen werden. Dazu gehören Umgang mit gefährlichen Stoffen, Verhalten in explosiongefahrdeten Bereichen und Notfallmaßnahmen. Wir schulen unser Personal regelässig und dokumentieren die Einweisungen.
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