Sanitärreinigung

WC-Reinigung in Bürogebäuden - Frequenz und Desinfektionsplan


Skalitzer Str. 33, 10999 Berlin-Kreuzberg ·
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Nichts verliert schneller das Vertrauen von Mitarbeitern und Besuchern als unsaubere Sanitärräume. In Berliner Bürogebäuden mit hundert oder mehr täglichen Nutzern reicht eine tägliche Reinigung längst nicht mehr aus. Wir zeigen, welche Reinigungsfrequenz Ihr Objekt wirklich braucht und wie ein Desinfektionsplan aussieht, der rechtlich und hygienisch haltbar ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Reinigungsfrequenz richtet sich nicht nach dem Mietvertrag, sondern nach der Anzahl der täglichen Nutzer und der Art der Nutzung
  • Ein schriftlicher Desinfektionsplan ist für alle Berliner Bürogebäude mit öffentlichem Verkehr Pflicht, nicht nur für Arztpraxen
  • Arbeitsstättenverordnung und Betriebssicherheitsverordnung definieren den hygienischen Mindeststandard, den die Berufsgenossenschaft kontrolliert
  • Wir erstellen Reinigungs- und Desinfektionspläne für Bürogebäude in ganz Berlin, geprüft und dokumentiert

Häufige Irrtümer zur WC-Reinigung

Vor den Details räumen wir mit den Fehlannahmen auf, die wir in der täglichen Praxis am häufigsten antreffen.

Irrtum

Einmal täglich reinigen reicht für jedes Bürogebäude

Viele Hausverwaltungen setzen auf eine tägliche Kabinenreinigung und gehen davon aus, dass das für den Hygienestandard ausreicht. Bei hundert Nutzern am Tag stimmt das nicht.

Fakt

Die Frequenz muss an die Nutzerzahl angepasst sein

Ab 50 Nutzern pro Tag empfehlen wir zweimal tägliche Reinigung. Bei hohem Publikumsverkehr wie in Behörden oder Amtsgebäuden sind drei bis vier Durchläufe nötig.

Irrtum

Desinfektion und Reinigung sind dasselbe

Beides wird regelmässig in einem Atemzug genannt. Doch eine Oberfläche kann sauber aussehen und trotzdem mit Krankheitserregern belastet sein.

Fakt

Desinfektion ist ein eigener Arbeitsschritt mit Einwirkzeit

Reinigung entfernt sichtbaren Schmutz. Desinfektion tötet Krankheitserreger ab und erfordert ein zugelassenes Mittel mit dokumentierter Einwirkzeit, bevor nachgewischt wird.

Wie wiederholt müssen Sanitärräume gereinigt werden?

Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab -- kein Bürogebäude gleicht dem anderen. Ein Start-up mit 15 Mitarbeitern in Kreuzberg braucht einen anderen Rhythmus als eine Bezirksverwaltung in Mitte mit tausenden täglichen Besuchern.

Die vier Stufen der Reinigungsfrequenz

Nach unserer Erfahrung mit über 200 betreuten Bürogebäuden in Berlin ordnen wir die Reinigungsfrequenz in vier Kategorien ein:

  • Stufe 1 (bis 30 Nutzer/Tag): Einmal tägliche Grundreinigung morgens. Zwischendurch nur Papier und Handtuch nachfuellen. Geeignet für kleine Büros und Praxen ohne Publikumsverkehr.
  • Stufe 2 (30 bis 80 Nutzer/Tag): Zweimal tägliche Reinigung, morgens und nachmittags. Zwischenreinigung der Kontaktflächen mittags. Standard für mittelgroße Bürohauser in Berlin.
  • Stufe 3 (80 bis 200 Nutzer/Tag): Dreimal tägliche Säuberung. Zusätzlich stündliche Sichtkontrolle mit Nachfuellung. Typisch für Co-Working-Spaces und grössere Behördengbäude.
  • Stufe 4 (über 200 Nutzer/Tag): Vier- bis fünffache Pflege mit kontinuierlicher Bereitstellung. Dauereinsatz mit Protokollierung jedes Durchgangs. Erforderlich bei Amtsgebäuden, Gerichten und Messehallen.

Was passieren kann, wenn die Frequenz zu niedrig angesetzt ist: Wir betreuen ein Bürogebäude in Berlin-Mitte, in dem zuvor nur einmal täglich gereinigt wurde. Ergebnis während der Grippesaison: Innerhalb von zwei Wochen fielen 14 von 60 Mitarbeitern aus. Nach Anpassung auf Stufe 3 lag die Ausfallquote im nächsten Jahr bei drei Personen. Die Reinigungskosten stiegen um 280 Euro im Monat -- die Produktivitätsverluste vorher beliefen sich auf das Zehnfache.

Desinfektionspläne richtig aufsetzen

Ein Desinfektionsplan ist kein optionales Zusatzdokument, sondern Teil der Pflichten eines jeden Arbeitgebers nach der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Für Berliner Bürogebäude bedeutet das konkret: Wer Personal beschäftigt, muss einen Hygieneplan erstellen, der die Desinfektion von Sanitärräumen regelt.

Was muss ein Desinfektionsplan enthalten?

  • Flächenplan: Welche Oberflächen werden desinfiziert? Toilettensitze, Spülungen, Türgriffe, Waschbecken, Wasserhähne, Lichtschalter, Handtuchspender. Jede Kontaktfläche gehört auf die Liste.
  • Mittelplan: Welches Desinfektionsmittel wird eingesetzt? Die Wahl hängt vom Material ab. Kalkhaltige Mittel beschädigen Chromarmaturen. Alkoholbasierte Mittel können bestimmte Kunststoffe angreifen.
  • Einwirkzeiten: Das ist der am häufigsten vernachlässigte Punkt. Jedes Desinfektionsmittel braucht eine Mindesteinwirkzeit, bevor die Fläche nachgewischt werden darf. Bei viruzider Wirkung liegt diese bei 5 bis 15 Minuten, je nach Wirkstoff.
  • Dokumentation: Jeder Desinfektionsdurchgang wird mit Datum, Uhrzeit, Durchführendem und Flächen protokolliert. Das Dokument muss mindestens sechs Monate aufbewahrt werden.

Desinfektion vs. Reinigung: Der Unterschied im Arbeitsablauf

In der Praxis arbeiten wir nach dem Prinzip "erst reinigen, dann desinfizieren". Eine Desinfektion auf verschmutzten Oberflächen erreicht nur einen Bruchteil der angestrebten Reduktion von Keimen. Der Grund: Organische Beläge wie Seifenreste, Urinstein oder Fett schützen Bakterien und Viren vor dem Wirkstoff.

Daher lautet unser Standardablauf in allen betreuten Objekten:

  • Sichtreinigung aller Flächen mit Reinigungsmittel
  • Grundreinigung der Wände und Böden
  • Spülen der Toilettensitze und Urinale
  • Auftragen des Desinfektionsmittels auf Kontaktflächen
  • Einwirkzeit beachten (in dieser Zeit andere Flächen reinigen)
  • Nachwischen mit sauberem Tuch

Was Berliner Bürogebäude besonders herausfordert

Berlin hat Besonderheiten, die in München oder Hamburg so nicht auftreten. Drei Faktoren beeinflussen die Sanitärhygiene in der Hauptstadt massgeblich.

1. Altbau-Bürogebäude mit unzureichender Belüftung. In Bezirken wie Mitte, Charlottenburg und Prenzlauer Berg sitzen verschiedene Unternehmen in Altbauten aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Sanitärräume dort haben regulär keine oder nur unzureichende Lüftungstechnik. Fensteröffnung reicht bei hohem Nutzeraufkommen nicht aus. Wir empfehlen hier den Einsatz von UVC-Luftreinigungsgeräten als Ergänzung zur manuellen Pflege. Die Anschaffungskosten liegen bei etwa 400 bis 800 Euro pro Gerät, die Betriebskosten bei unter 10 Euro im Monat.

2. Hartes Berliner Leitungswasser. Das Wasser in Berlin ist sehr kalkhaltig mit einem Gesamthärtegehalt von 16 bis 22 Grad deutscher Härte (dH). Das bedeutet: Kalkablagerungen an Armaturen und Urinalen bilden sich schneller als in weicheren Wassergebieten. Kalkablagerungen sind ein Nährboden für Bakterien, weil die raue Oberfläche die Anhaftung ermöglicht. Wir setzen bei der Grundreinigung daher alle vier Wochen einen säurehaltigen Kalklöser ein, der die Armaturen von Ablagerungen befreit.

3. Hohe Nutzerdichte durch neue Arbeitsformen. Co-Working-Spaces, die sich seit 2015 in der Hauptstadt wie Pilze aus dem Boden schieben, bringen eine neue Herausforderung mit sich. In einem Gebäude am Moritzplatz betreuen wir eine Fläche mit 80 Arbeitsplätzen, die von wechselnden Nutzern belegt sind. Hier kam es vor unserer Übernahme häufig zu Engpässen bei Papier und Seife, weil niemand die Verantwortung für die Nachfuellung trug. Wir haben ein verbrauchsbasiertes Nachfuellsystem eingeführt, das die Verbrauchsmengen erfasst und automatisch Bestellungen ausgelöst hat.

Rechtliche Grundlagen für Hausverwaltungen

Hausverwaltungen tragen eine Mitverantwortung für die Hygiene in den Sanitärräumen der von ihnen verwalteten Objekte. Massgeblich sind drei Gesetze und Verordnungen.

  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) paragraph 3: Der Arbeitgeber muss eine gesundheitlich unbedenkliche Arbeitsstätte bereitstellen. Sanitärräume müssen in ausreichender Zahl, sachgerechter Ausführung und in sauberem Zustand vorhanden sein.
  • Biostoffverordnung (BioStoffV): Gilt für Bürogebäude, in denen mit biologischen Arbeitsstoffen umgegangen wird. Relevant für Labore in Büros oder Gesundheitsämter.
  • Berliner Arbeitsschutzgesetz: Ergänzt die Bundesvorgaben um lokale Kontrollbefugnisse. Die Gewerbeaufsicht Berlin führt regelmässige Stichproben durch.

Praxisfall aus Berlin-Friedrichshain: Eine Hausverwaltung wurde nach einer Beschwerde eines Mieters von der Gewerbeaufsicht kontrolliert. Im Bürogebäude fehlte der Hygieneplan. Die Sanitärräume wurden nur einmal täglich bei 120 täglichen Nutzern gereinigt. Ergebnis: Ordnungswidrigkeitenverfahren mit einem Bussgeld von 2.500 Euro und Androhung einer höheren Strafe bei Wiederholung. Wir haben danach die Reinigungsfrequenz angepasst und einen vollständigen Hygieneplan erstellt.

Weitere Informationen zur Sanitärreinigung finden Sie in unserem Artikel zu farbcodierten Reinigungssystemen und unserer Anleitung zur Geruchsbeseitigung in Sanitärräumen.

Häufige Fragen zur WC-Reinigung in Bürogebäuden

Wie häufig müssen WC-Anlagen in einem Bürogebäude desinfiziert werden?

Bei bis zu 30 täglichen Nutzern reicht eine tägliche Desinfektion der Kontaktflächen. Ab 30 Nutzern empfehlen wir zweimal tägliche Desinfektion, bei hohem Publikumsverkehr drei- bis viermal täglich. Während der Grippesaison (November bis März) sollte die Frequenz unabhängig von der Nutzerzahl um eine Stufe erhöht werden.

Ist ein Desinfektionsplan für normale Bürogebäude gesetzlich vorgeschrieben?

Ja. Nach paragraph 3 der Arbeitsstättenverordnung muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass Sanitärräume sauber und hygienisch einwandfrei gehalten werden. Ein schriftlicher Hygiene- und Desinfektionsplan ist die Dokumentation, mit der dieser Nachweis erbracht wird. Die Gewerbeaufsicht kann diesen bei Kontrollen anfordern.

Welche Desinfektionsmittel eignen sich für Sanitärräume in Altbauten?

Altbauten in Berlin haben häufig historische Armaturen und natürliche Werkstoffe wie Marmor. Hier sollten nur pH-neutrale Desinfektionsmittel (pH-Wert 5 bis 7) eingesetzt werden. Säurehaltige Mittel greifen Kalkstein und bestimmte Marmorsorten an. Wir beraten vor Ort, welche Mittel für die vorhandenen Materialien geeignet sind.

Was kostet eine fachgerechte Sanitärbetreuung in Berlin?

Die Kosten hängen von der Reinigungsfrequenz, der Anzahl der Sanitärräume und dem Umfang des Desinfektionsplans ab. Als Richtwert: Für ein Bürogebäude mit drei WC-Anlagen und zweimal täglicher Reinigung liegen die monatlichen Kosten zwischen 350 und 600 Euro. Desinfektionspläne und Dokumentation sind regelmässig im Servicepreis enthalten. Ein exaktes Angebot erfordert eine Begehung vor Ort.

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